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Raunächte

In der Vorweihnachtszeit dreht sich das Jahresrad schon langsamer, obwohl wir im Vorweihnachtsstress oft ein gegenteiliges Gefühl haben. Aber es kommen wieder Themen auf wie das Räuchern oder die Raunächte.

Die Zeit der Raunächte – diese Art der Zwischenzeit – war für mich schon immer etwas Besonderes. Meist ziehe ich mich etwas zurück, um mich mit meinem Inneren zu beschäftigen. Spüre ich schon den Umschwung nach der Wintersonnenwende, wenn das Licht wiedergeboren wird, oder ist das erst im Januar fühlbar, wenn die Tage wieder länger werden? Geht es mir wie den Keimlingen in der Erde, von denen man weiß, dass sie bereits um die Wintersonnenwende langsam im Schoß von Mutter Erde zu neuem Leben erwachen? Eines habe ich immer gespürt. Diese 12 Tage kamen mir immer so kurz vor. Ich hatte immer nach den bekannten Raunächten oder schon vorher das Gefühl, es ändert sich etwas. Und meine Neugier wurde stärker, mich dieses Jahr noch mal intensiv mit den Raunächten zu beschäftigen. Da kam mir die Frage eines lieben Freundes bzgl. der Raunächte gerade Recht. Er wollte nämlich wissen, ob die Raunächte auch in Norwegen bekannt sind und ich habe spannendes herausgefunden.

Die 12 heiligen Nächte: Diese gab und gibt es in Norwegen ebenfalls. Das eigentlich Außergewöhnliche für mich war, dass diese Tage/Nächte doppelt gefeiert werden bzw. dass sie mit einem besonderen Energiefluss verknüpft sind. Es beginnt am 13./14. Dezember mit den ersten 12 und am 24./25. Dezember mit den zweiten 12 Tagen/Nächten. In dieser Zeit soll man besonderen Zugang zu seiner Intuition und inneren Stimme haben bzw. auch Einsicht in das kommende Jahr bekommen. Bei den ersten 12 geht es vor allem um die eigene Persönlichkeit. Welche Erfahrungen haben ich gemacht, wie finde ich meine Mitte, wie kann ich mich weiterentwickeln. Bei den 12 Tagen/Nächten ab Weihnachten bis zum 5.Januar geht es dann um einen Handlungsplan. Was will ich umsetzen, was erwartet mich im kommenden Jahr usw.

Auch in der Wikingerzeit war diese Zeit etwas Besonderes. Es war auf jeden Fall die dunkelste Zeit des Jahres, wo die Sonne im hohen Norden nicht über den Horizont kam. Gewöhnlich ist die Zeit im Dezember (oft liegt noch kein Schnee) bis Mitte Januar (da kommt so langsam die Helligkeit wieder, weil die Sonne schon nahe am Horizont steht) geprägt von sehr kurzen Tageslängen und um Weihnachten wurde das sogenannte Julblod gefeiert. Da ging es darum, die Götter um Beistand zu bitten und auch zu befragen, ob die Sonne wieder kommt. Denn das wusste man damals ja nicht. Bei diesem Fest wurden die Götter angerufen, die Toten geehrt und mit viel Met und Bier gefeiert. Auch die Völva Hexe wurde eingeladen, um in die Zukunft zu sehen. Sie nutze dazu auch Kräuter, die sie in das Feuer warf, um daraus zu deuten. Das ist wohl die ursprünglichste Form des Räucherns hier im Norden. Viel zum Räuchern habe ich ansonsten nicht gefunden. In meinem Bekanntenkreis ist das Räuchern hier in Norwegen auch nicht so bekannt, wie bei uns in Deutschland.

Ich werde in diesem Jahr auf jeden Fall die ersten 12 Tage und Nächte auch nutzen, um mich auf die Raunächte vorzubereiten und bin gespannt, ob sich dadurch das Erlebnis der Raunächte noch intensiviert. Ich würde mich über Eure Erfahrungen/Erlebnisse zu den Raunächten freuen.

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